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The Best Of Neuroscience

13. Internationales Wissenschaftsforum

Samstag, 11.12.2021

Plenarsaal der ehemaligen deutschen Bundesregierung in Bonn

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Die Referenten 2021 im Überblick

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12.15 - 13.15 Uhr

Prof. Dr. Onur Güntürkün

Die Asymmetrien des Gehirns und wie sie unser Denken beeinflussen

 

Inhalt des Vortrags:

 

Unsere beiden Hirnhemisphären sind funktionell und anatomisch asymmetrisch. Aber warum ist das so? Ich möchte dies an vier Punkten aus meiner Forschung zeigen.

 

(1) Hirnasymmetrien bieten einen evolutionären Vorteil, da somit die beiden Gehirnhälften parallel unterschiedliche Teilprozesse verarbeiten können, um die Effizienz zu erhöhen.

 

(2) Unsere Hemisphären spezialisieren sich z. B. im Sprachsystem auf verschiedene akustische Komponenten der gehörten Sprache und werden dadurch hauptsächlich aber nicht ausschließlich linksdominant. Tatsächlich gibt es aber Sprachen, die akustisch so ungewöhnlich sind, dass sie unsere Hirnasymmetrien unterlaufen und somit nur noch symmetrisch verarbeitet werden können.

 

(3) Die Balance der Links-Rechts-Unterschiede unseres Gehirns werden durch die Kommissuren, die unsere Hemisphären verbinden reguliert. Doch dieser Austausch verändert sich durch Sexualhormone wie z. B. Progesteron. Daher verändern sich die Hirnasymmetrien und kognitive Prozesse von Frauen während des Monatszyklus.

 

(4) Neue Ergebnisse legen nahe, dass unsere Hemisphären unterschiedliche Pläne und Ziele verfolgen. Doch welcher der zwei Pläne gewinnt? Dies wird wahrscheinlich durch eine Konkurrenz entschieden, in der jede Hirnhälfte über die Kommissuren die jeweils andere Hemisphäre verlangsamt, um schneller zum Zug zu kommen. Am Ende gewinnt eine der Hemisphären und wir werden nie erfahren, was die andere mit uns vorhatte.

Somit entschlüsseln Neurowissenschaftler mehr und mehr die Mechanismen unserer Hirnasymmetrien und somit auch die Prozesse unseres Denkens. Davon möchte ich berichten.

 

 

Über den Referenten:

 

Onur Güntürkün ist Professor für Biopsychologie an der Ruhr-Universität Bochum und wird nachts von Fragen wachgehalten wie: "Warum haben Menschen und andere Tiere asymmetrisch organisierte Gehirne?" oder „Können radikal verschiedene Nervensysteme dieselben Denkprozesse erzeugen?“

 

Er hat viele Jahre an verschiedenen Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen auf fünf Kontinenten verbracht, und forscht an Tauben, Menschen, Delfine, Krokodilen und einigen anderen Tieren. Er würde sich selbst als einen kognitiven und vergleichenden Neurowissenschaftler bezeichnen, der mit Forschungsansätzen arbeitet, die von der einfachen Feldforschung in Flughäfen und Bergdörfern über Einzelzellableitungen bis zur Bildgebung des Gehirns bei ultrahohen Magnetfeldern reichen.

 

Er bekam zwei Ehrendoktortitel, ist Mitglied verschiedener Akademien wie z. B. der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und erhielt viele nationale und internationale wissenschaftliche Auszeichnungen wie z. B. die höchsten Wissenschaftspreise der jeweils europäischen, deutschen und türkischen Wissenschaftsorganisationen.

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13.15 - 14.15 Uhr

Dr. Olga Klimecki

Konflikte überwinden

Wie wir das Potenzial neuronaler Plastizität nutzen können

 

Inhalt des Vortrags:
 

Obwohl Konflikte oft unangenehm sind, bergen sie das Potenzial, bereichernde Veränderungen auf den Weg zu bringen. Wie kann man dieses Potenzial am besten nutzen? Wie kann man Konfliktprozesse so gestaltet, dass Parteien gestärkt aus dem Konflikt hervorgehen und soziale Beziehungen erhalten bleiben?


Kern des Vortrags bildet die Erkenntnis, dass emotionale und soziale Kompetenzen trainiert werden können und, dass diese Trainings – auch im Erwachsenenalter – mit neuronaler Plastizität einhergehen. An konkreten Studien wird aufgezeigt, dass Faktoren wie Stress oder Schlafentzug sich negativ auf soziale Interaktionen auswirken können. Zudem werden Studien besprochen, die zeigen dass unterschiedliche Interventionen zur Konfliktlösung beitragen können. Die Bedeutung der Studien wird an konkreten Anwendungsbeispielen illustriert.

 

 

 

Über die Referentin:

 

Sie ist Neurowissenschaftlerin und Psychologin. Aktuell ist sie Gastprofessorin an der Technischen Universität Dresden. Zusammen mit ihrer Arbeitsgruppe erforscht sie, wie Interventionen zu gesundem Altern und Konfliktlösung beitragen können. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen wissenschaftlichen Zeitschriften und Buchkapiteln publiziert. Sie ist eine international renommierte Rednerin und bietet Vorträge und Trainings zur Entwicklung des Potenzials von Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen an.

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15.15 - 16.15 Uhr

Prof. Dr. Eckart Voland

 Intelligenz - Wozu eigentlich ?

Die biologische Evolution des sozialen Gehirns 

 

 

Inhalt des Vortrags:

 

Laborexperimente zeigen immer wieder, zu welchen außerordentlichen Intelligenzleistungen Primaten, insbesondere die Großen Menschenaffen, in der Lage sind. Die weit bekannt gewordenen Schimpansen-Versuche von Wolfgang Köhler am Anfang des 20. Jahrhunderts legten zum ersten Mal Zeugnis davon ab, dass zumindest begabte Schimpansen nachdenken, bevor sie an die Lösung eines technischen Problems gehen.

 

Seitdem schien festzustehen: Die typisch menschliche Intelligenz fiel nicht vom Himmel, sondern sie hat sich – wie jedes andere biologische Merkmal auch – in langen evolutionären Selektionsprozessen von tierlichen Vorformen zu dem entwickelt, was wir heute vorfinden.

 

Der Grund für den evolutionären Siegeszug der Intelligenz schien schnell gefunden: In der Auseinandersetzung mit der harschen Natur waren diejenigen im Vorteil, die der Natur bestmöglich das abtrotzen konnten, was man zum Leben brauchte. Allerdings beobachten Feldforscher kaum etwas, was zu dieser Interpretation passt. Menschenaffen scheinen im Freiland ihre Intelligenz kaum einzusetzen. Aber warum nicht? Wieso sind Menschenaffen ganz augenscheinlich intelligenter, als sie unter natürlichen Bedingungen zu erkennen geben? Ist ihre und letztlich damit auch unsere Intelligenz vielleicht gar nicht primär eine technische Intelligenz, wie man seit Köhler dachte, sondern eine Intelligenz, die sich insbesondere an den sozialen Herausforderungen des Lebens schärfte?ite Mal, wenn Sie selbst sofort Gedächtnisleistungen vollbringen, die Sie zuvor für unmöglich gehalten haben!

 

 

Über den Referenten:

 

Eckart Voland, geboren 1949. Studium der Biologie und Sozialwissenschaften an der Universität Göttingen.

 

1978 Promotion zum Dr. rer. nat. mit einer Arbeit zum Sozialverhalten von Primaten. DFG-Stipendiat.

 

1992 Habilitation (Uni Göttingen) für Anthropologie mit Arbeiten über "Historische Demografie und Soziobiologie".

 

1993/94 Senior Research Fellow am Dept of Anthropology, University College London.

 

1995-2015 Professor für Philosophie der Biowissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Senior Fellow am „Hanse-Wissenschaftskolleg“ (Delmenhorst) und „Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg“ (Greifswald). Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt. Beiratsmitglied der Giordano-Bruno-Stiftung und des Hans-Albert-Instituts. Die wichtigsten Monografien: Evolution des Gewissens – Strategien zwischen Egoismus und Gehorsam. Stuttgart (Hirzel)

 

2014 (zusammen mit Renate Voland); Soziobiologie – Die Evolution von Kooperation und Konkurrenz, 4. überarbeitete Auflage. Berlin & Heidelberg (Springer Spektrum) 2013; Die Natur des Menschen München (C. H. Beck) 2007. Schriften Prof. Volands wurden ins Italienische, Koreanische, Polnische, Portugiesische und Spanische übersetzt.

16.15 - 17.15 Uhr

Prof. Dr. Tanja Singer

Steigerung sozialer Kompetenzen aus dem Blick der Sozialen Neurowissenschaften

 

Inhalt des Vortrags:

 

In den letzten Jahrzehnten haben die sozialen Neurowissenschaften enorme Fortschritte in ihrem Verständnis der neuronalen Grundlagen von sozialen Fähigkeiten wie der Empathie, dem Mitgefühl oder der kognitiven Perspektivenübernahme gemacht.

 

Mit dem Aufkommen der Achtsamkeitsforschung seit einigen Jahren, haben Neurowissenschaftler zudem angefangen, die Trainierbarkeit dieser sozialen Fähigkeiten und dessen Auswirkung auf die Steigerung von Gehirnplastizität sowie mentaler Gesundheit, sozialer Kompetenzen und Stressreduktion zu untersuchen.

 

Der Vortrag wird die wichtigsten Forschungsergebnisse dieser mentalen Trainingsforschung anhand einer großangelegten mentalen Trainingsstudie, dem ReSource Projekt, vorstellen und zudem aufzeigen, wie im Rahmen einer Covid-relevanten Studie, der CovSocial Studie (www.covsocial.de), solche Formen des mentalen Trainings auch online eingesetzt werden können, um Resilienz und soziale Kohäsion zu steigern und gleichzeitig Einsamkeit und Stress zu reduzieren. Solche skalierbaren Trainingsansätze könnten einen alternativen Ansatz zu Modellen gesunder Digitalisierung darstellen.

 

 

Über die Referentin:

 

Sie ist Leiterin der Max Planck Forschungsgruppe Soziale Neurowissenschaften in Berlin. 

 

Von 2010 bis 2018 war sie Direktorin der Abteilung soziale Neurowissenschaften am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig.

 

Sie ist Begründerin und Leiterin des ReSource Projektes, einer vom European Research Council mitfinanzierten, großangelegten Langzeitstudie über die Effekte mentalen Trainings auf Geist, Gehirn, Verhalten und Gesundheit. Sie untersuchen wie Erkenntnisse aus der Biologie und Psychologie die omnipräsente Idee vom Homo oeconomicus überwinden und neue Wirtschaftsmodelle in Bezug auf Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung bewirken können. 

 

Im Rahmen Ihrer langjährigen Mitgliedschaft im Mind and Life Institut organisierte Sie auch zusammen mit Matthieu Ricard zwei große Konferenzen mit dem Dalai Lama 2010 in Zürich und 2016 in Brüssel, aus denen zwei Bücher hervorgegangen sind: Mitgefühl in der Wirtschaft und die Macht der Fürsorge. 

 

Sie ist außerdem Autorin von mehr als 150 wissenschaftlichen Fachartikeln und Buchkapiteln.

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18.15 - 19.15 Uhr

Prof. Dr. Christof Koch

Bewusstsein: Warum es weit verbreitet ist, aber nicht digitalisiert werden kann

Was wissen wir über Bewusstsein und das Gehirn?

 

 

Inhalt des Vortrags:
 

Menschen und Tiere agieren nicht nur in der Welt, sondern erleben sie auch mehr oder weniger bewusst - der köstlichen Geschmack von Nutella, den scharfen Stich eines entzündeten Zahns, das langsame Vergehen der Zeit bei Langeweile oder das reine Erleben während der Mediationspraxis.

 

Ich werde die in den letzten Jahrzehnten erzielten Fortschritte bei der Lokalisierung der Fußspuren solcher bewussten Erfahrungen beim Menschen und anderen Säugetieren im Neokortex erläutern. Ich werde eine allgemeine Theorie des Bewusstseins, die Integrierte Informationstheorie, vorstellen, die auf prinzipielle Weise erklärt, welche Systeme aufgrund ihrer Architektur bewusst sind, und die verwendet wurde, um ein Gerät zu bauen, mit dem das Vorhandensein von Bewusstsein bei anästhesierten oder neurologischen Patienten festgestellt werden kann.

 

Die Theorie sagt voraus, dass das Bewusstsein viel weiterverbreitet ist, als angenommen wird, inklusiv alle Tiere und anderen evolvierten Organismen. Auf der anderen Seite werden digitale Computer, auch wenn sie so intelligent wie Menschen werden, kein Bewusstsein haben. Beim Bewusstsein geht es letztlich um das Sein, nicht um das Tun.

 

 

Über den Referenten:

 

Er ist ein deutsch-amerikanischer Neurowissenschaftler, der vor allem für seine Studien und Schriften bekannt ist, die die Grundlagen des Bewusstseins erforschen. 

 

Er wurde als Physiker ausgebildet und war 27 Jahre lang Professor für Biologie und Ingenieurwesen am California Institute of Technology in Pasadena. Er arbeitete an den Schnittstellen zwischen biologischer und künstlicher Intelligenz, insbesondere im Bereich der visuellen Wahrnehmung. 

 

Er ist der Präsident und Chefwissenschaftler des Allen Institute for Brain Science in Seattle. Auf der Suche nach dem physischen Substrat des Geistes veröffentlichte er vor mehr als 25 Jahren seine erste Arbeit über die neuronalen Korrelate des Bewusstseins mit dem Molekularbiologen Francis Crick.

 

Sein neuestes Buch ist "Das Gefühl des Lebens - Warum Bewusstsein weit verbreitet ist, aber nicht berechnet werden kann"

Programmablauf

 

12.00 - 12.15 Uhr Opening

12.15 - 13.15 Uhr Prof. Dr. Onur Güntürkün

13.15 - 14.15 Uhr Dr. Olga Klimecki

14.15 - 15.00 Uhr Pause

15.00 - 15.15 Uhr Show act

15.15 - 16.15 Uhr Prof. Dr. Eckart Voland

16.15 - 17.15 Uhr Prof. Dr. Tanja Singer

17.15 - 18.00 Uhr Pause

18.00 - 18.15 Uhr Show act

18.15 - 19.15 Uhr Prof. Dr. Christof Koch

19.15 - 19.30 Uhr Finale

Programmheft als eBook

Steht in Kürze zum Download zur Verfügung.

Beeindruckende Bilder der letzten Jahre

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